B. Wirtschaftsbericht
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen1
Die deutsche Wirtschaft wächst leicht und steht vor finanzpolitisch getragenen Aufschwung. Nach zwei Rezessionsjahren ist die deutsche Wirtschaft damit wieder leicht gewachsen. Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben aus privaten Haushalten und des Staates zurückzuführen. Demgegenüber hält die Investitionsschwäche weiter an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Umbrüche und Probleme. Es kristallisiert sich zunehmend eine Entkopplung der deutschen Wirtschaft vom Welthandel heraus: Profitierten die exportierenden Unternehmen hierzulande in der Vergangenheit stets von globalen Aufschwüngen, scheint die Nachfrage nun zunehmend andernorts bedient zu werden. So sinkt die Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere gegenüber Nicht-EU-Ländern, Umfragen zufolge immer weiter.
Der entscheidende Faktor für einen kräftigeren Aufschwung in den kommenden Jahren werden die deutlich ausgeweiteten öffentlichen Investitionen und vor allem der Staatskonsum sein. Das beschlossene Verschuldungspaket zur Modernisierung der Infrastruktur, zur Digitalisierung, Beschleunigung der Energiewende sowie zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit kann den öffentlichen Konsum und die öffentlichen Investitionen vorantreiben und das Wirtschaftswachstum somit deutlich anschieben.
Gleichwohl ist zu beachten, dass Investitionen des Staates zwar konjunkturelle Impulse setzen, den erheblichen strukturellen Anpassungsbedarf aber nicht obsolet machen.
Die Wirtschaftsforschungsinstitute2 erwarten im laufenden Jahr 2026 ein deutlich stärkeres
Wachstum. Die Vorausschätzungen bewegen sich in einer Spannweite von 0,6 % bis 1,5 %. Im Jahresmittel 2026 dürfte die deutsche Wirtschaft also um 1,0 % wachsen. Im Jahr 2027, wenn die finanzpolitischen Impulse der zusätzlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung aufgrund des langen Vorlaufs solcher Maßnahmen vollständig wirksam werden, rechnen die Institute mit einem Wachstum von 1,5 % bis 2,0 %.
Es bleiben aber handfeste Risiken: Ein veritabler Handelskrieg mit hohen Strafzöllen und eine Eskalation der bestehenden geopolitischen Konflikte könnten die andauernden Unsicherheiten noch vertiefen und zudem die Inflation erneut befeuern. Diese würden die Zentralbanken zwingen die Zinsen nicht weiter zu senken, sondern sie wieder zu erhöhen. Das unweigerliche Resultat wären schlechtere Finanzierungsbedingungen und dadurch eine Abnahme von Investitionen, Konsum und Wachstum.
Zudem setzt eine nachhaltige Trendwende voraus, dass in den kommenden zwei Jahren private
Investitionen wieder deutlich zunehmen, Produktivitätsfortschritte realisiert werden und die Transformation der Wirtschaft in zentralen Bereichen vorankommt. Andernfalls besteht das Risiko, dass die konjunkturelle Dynamik nach Auslaufen der staatlichen Impulse erneut abflacht. Die Bruttowertschöpfung ging 2025, trotz steigendem Bruttoinlandsprodukt, insgesamt leicht zurück. Preisbereinigt lag sie 0,1 % niedriger als im Vorjahr. Die Bruttowertschöpfung misst den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einer Volkswirtschaft hergestellt werden, abzüglich der Vorleistungen. Sie stellt damit den im Produktionsprozess geschaffenen Mehrwert dar. Das Bruttoinlandsprodukt umfasst zusätzlich Steuern und Subventionen. So erklärt sich die unterschiedliche Entwicklungsrichtung beider volkswirtschaftlichen Aggregate im vergangenen Jahr. Auch für das Baugewerbe war 2025 erneut ein schwieriges Jahr. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung sank nochmals um 3,6 %, die Zahl der Insolvenzen nahm zu. Anhaltend hohe Baupreise bremsten insbesondere den Wohnungsbau deutlich aus. Auch das Ausbaugewerbe musste erneut einen Rückschlag hinnehmen. Besser war die Lage im Tiefbau: Der Neubau und die Instandsetzung etwa von Straßen, Bahnstrecken oder Energienetzen sorgten dafür, dass das Vorjahresniveau leicht übertroffen werden konnte. Im Dienstleistungsbereich zeigte sich ein gemischtes Bild: So sank die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der Unternehmensdienstleister (-0,8 %) im Vergleich zum Vorjahr. Dies war vor allem auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in den Branchen Werbung und Marktforschung, wissenschaftlich-technische Tätigkeiten sowie im Segment der Arbeitnehmerüberlassung zurückzuführen. Die sonstigen Dienstleister, etwa für Sport, Unterhaltung und Erholung, mussten ebenfalls Einbußen (-0,3 %) hinnehmen. Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung dagegen an (1,2 %). Hierzu trug insbesondere der Einzelhandel bei. Das Gastgewerbe erwirtschaftete hingegen weniger als im Vorjahr. Im Wirtschaftsbereich Information und Kommunikation stieg die Wirtschaftsleistung zwar ein weiteres Mal (1,3 %), das Wachstum war aber schwächer als in den Vorjahren. Auch im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit wuchs die Wertschöpfung erneut (1,4 %).
Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft konnte ihre Bruttowertschöpfung im Jahr 2025 um 0,5 % steigern und erreichte damit einen Bruttowertschöpfungsanteil von knapp 10 %. Für gewöhnlich hat die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft nur moderate Wertschöpfungszuwächse und ist nur geringen Schwankungen unterworfen. Gerade diese Beständigkeit begründet die stabilisierende Funktion der Immobiliendienstleister für die Gesamtwirtschaft, vor allem in Zeiten einer flauen Gesamtentwicklung. Nominal erzielte die Grundstücks- und Immobilienwirtschaft 2025 eine Bruttowertschöpfung von 392 Mrd. EUR. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 46 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber dem Vorjahr ist der Wert nahezu unverändert. Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 war die Erwerbstätigenzahl seit 2006 durchgängig gewachsen. Allerdings hatte der Anstieg seit Anfang 2024 deutlich an Dynamik verloren. Im Jahr 2025 kam er nun zum Erliegen.
Dabei glichen sich unterschiedliche Entwicklungen aus, wie Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Zugewanderte Arbeitskräfte sowie die steigende Erwerbsbeteiligung von Älteren und von Frauen erhöhten für sich genommen die Erwerbstätigenzahl um jeweils rund eine Viertelmillion Personen. Die demografische Entwicklung führte demgegenüber zu einer Absenkung der Erwerbstätigenzahl um rund 0,5 Million Personen.
Wie bereits im Vorjahr stieg die Erwerbstätigenzahl im Jahr 2025 ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen (0,5 %). Mehr als drei Viertel aller Erwerbstätigen arbeiten dort.
Innerhalb der Dienstleistungsbereiche entwickelte sich die Beschäftigung allerdings sehr unterschiedlich: Einen erheblichen Zuwachs verzeichnete, wie in den Vorjahren, der große Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (1,7 %) und hierunter hauptsächlich das Gesundheitswesen. Zunahmen gab es auch bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (1,5 %). Im Verarbeitenden Gewerbe sank die Erwerbstätigenzahl um 2,2 %. In wichtigen Industriezweigen waren die Veränderungsraten nach derzeitigen Schätzungen noch deutlich negativer, so in der Automobilindustrie, in der Herstellung von Metallerzeugnissen und in der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen. Das Baugewerbe verzeichnete einen Rückgang um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr, der ohne den weiterhin wachsenden Tiefbau noch stärker ausgefallen wäre.
Trotz des leichten Beschäftigungsaufbaus sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung 2025 jahresdurchschnittlich weiter deutlich gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 161.000 auf 2,9 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3 %. In den Ländern ist die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit durchweg gestiegen. Die stärksten Zuwächse gab es in Bayern (11 %) und Baden-Württemberg (9 %), die geringsten in Mecklenburg-Vorpommern (1 %) und Thüringen (2 %).
Der langjährige Anstieg der Beschäftigung in Deutschland wird seit Jahren hauptsächlich durch eine Zuwanderung von Personen aus dem Ausland getragen. Demografisch bedingt nimmt das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland bereits seit längerem ab. In den kommenden Jahren nimmt der demografische Wandel weiter an Fahrt auf und verringert das Erwerbpersonenpotenzial, das ohne Zuwanderung zur Verfügung steht, immer deutlicher. Allein für 2026 erwarten das IAB einen demografisch bedingten Rückgang des Arbeitskräftepotenzials um 470.000 Personen.3
Damit das Arbeitskräfteangebot in Deutschland auch in Zukunft einigermaßen stabil gehalten wird, müsste die Nettozuwanderung nach Modellrechnungen des IAB bis 2050 innerhalb einer Spanne von 346.000 Personen (bei extrem steigenden Erwerbsquoten) bis 533.000 Personen (bei realistisch steigenden Erwerbsquoten) pro Jahr liegen.4 Insgesamt verzeichnete Deutschland im Jahr 2025 eine deutliche geringere Nettozuwanderung als die beiden Jahre zuvor. Nach vorläufiger Schätzung des Statistischen Bundesamtes sind rund 270.000 Personen mehr nach Deutschland gezogen als ins Ausland fortgezogen. Damit liegt die Nettozuwanderung unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2024.
Angesichts der geringen Nettozuwanderung wird der Fachkräftemangel in Deutschland ein wachsendes Problem, der nahezu alle Wirtschaftsbereiche und Regionen betrifft. Allerdings hat sich die Situation in den letzten Jahren, entsprechend der lahmenden Konjunktur, etwas entspannt. So ermittelte das ifo-Institut im Rahmen seiner Konjunkturumfragen im August 2025, dass bei knapp 28 % der Unternehmen in Deutschland die Geschäftstätigkeit vom Fachkräftemangel behindert wird. Im August des Vorjahres lag der Wert noch bei 35 %.
In vielen Bereichen ist der Fachkräftemangel deutlich spürbar – besonders im Dienstleistungssektor. Dort ermittelte das ifo-Institut zuletzt bei 34 % der Unternehmen entsprechende Engpässe. Besonders groß ist der Bedarf in der Logistikbranche, wo über die Hälfte der Firmen (51 %) Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche angibt. In der Rechts- und Steuerberatung sowie der Wirtschaftsprüfung sind es sogar 73 %. Angesichts des demografischen Wandels dürfte Arbeitskräfteknappheit auch in Zukunft eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft darstellen. Auf der Verwendungsseite konsumierten sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat im Jahr 2025 deutlich mehr als im Vorjahr. Preisbereinigt stiegen die privaten Konsumausgaben um 1,4 % und die staatlichen Konsumausgaben um 1,5 %. Die Bruttoanlageinvestitionen gingen dagegen erneut zurück, mit -0,5 % allerdings weniger stark als in den Jahren zuvor. In einem für den deutschen Außenhandel turbulenten Jahr verzeichneten auch die Exporte 2025 nochmals Verluste (-0,3 %).
Die preisbereinigten Konsumausgaben des Staates stiegen 2025 vergleichsweise kräftig um 1,5 %. Hierbei handelt es sich um Ausgaben für öffentliche Leistungen wie Bildung oder Gesundheit. Hauptursache für den Anstieg war, dass die Sozialversicherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgeben musste.
Die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland stiegen im Jahr 2025 preisbereinigt um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Haushalte gaben zu Beginn des Jahres deutlich mehr für Waren und Dienstleistungen aus, steigerten ihren Konsum in der zweiten Jahreshälfte aber kaum noch. Das Weihnachtsgeschäft schätzt der Einzelhandel, Umfragen des Handelsverbands Deutschland zufolge, als überwiegend enttäuschend ein.
Die Bauinvestitionen gingen um 0,9 % zurück. Das war bereits der fünfte Rückgang in Folge. Hohe Baupreise dürften dazu geführt haben, dass vor allem Vorhaben im Wohnungsbau nicht realisiert wurden. In Wohnbauten wurde 2,4 % weniger investiert. Mehr investiert wurde dagegen in Nichtwohnbauten (1,3 %), also beispielsweise in Straßen, Brücken, Fabriken oder Bürogebäude.
Investitionen in Ausrüstungen – also Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – nahmen im Jahr 2025 preisbereinigt um 2,3 % im Vergleich zum Vorjahr ab. Im Gesamtjahr 2025 sanken die Investitionen in Fahrzeuge geringfügig (-0,1 %). In Maschinen und Geräte (-3,3 %) wurde im Jahr 2025 hingegen deutlich weniger investiert als 2024. Das war der vierte Rückgang in Folge in dieser wichtigen Investitionskategorie.
Der Außenhandel war weiterhin sehr angespannt. Insgesamt wurden im Jahr 2025 weniger Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorjahr (-0,3 %). Dies stand im Kontrast zum weiterwachsenden Welthandel. Die Warenausfuhren gingen im Jahr 2025 preisbereinigt sogar um 0,7 % zurück, das war der dritte Rückgang in Folge. Betroffen waren Kernbereiche der deutschen Exportwirtschaft: Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und chemische Erzeugnisse. Die Dienstleistungsexporte sind dagegen erfreulicherweise um 1,1 % gestiegen. Aufgrund kräftig gestiegener Importe ergab sich ein negativer Außenbeitrag, der das Wirtschaftswachstum um 1,5 Prozentpunkte bremste. Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – ist im Laufe des Jahres 2025 nicht mehr deutlich zurückgegangen und erreichte im Dezember eine Rate von 1,8 %. Damit verfehlte sie im Jahresdurchschnitt knapp das Geldwertstabilitätsziel der Europäischen Zentralbank. Wie bereits im Vorjahr lag die Jahresrate bei einem Wert von 2,2 %.
War 2021 zunächst die weltweite Nachfrage nach Baustoffen, die mit Abflauen der Coronakrise sprunghaft gestiegen war, ausschlaggebend für den erheblichen Preisdruck bei Baumaterialien, kamen durch den Krieg in der Ukraine weitere Lieferengpässe und eine enorme Verteuerung der Energiepreise hinzu. Verglichen mit dem Vorkrisenniveau stiegen die Baupreise von Ende 2019 bis Ende 2025 um gut 48 %. Einen derartigen Preisschock hat es seit den frühen 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr gegeben.
Die Normalisierung der Energiepreise und der Lieferbeziehungen für Baustoffe haben die Wachstumsraten der Baupreise in den vergangenen zwei Jahren zwar deutlich nach unten gedrückt, das Preisniveau bleibt aber hoch und steigt weiterhin stärker als die allgemeine Teuerung. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes verteuerten sich die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in Deutschland im 4. Quartal 2025 im Vorjahresvergleich um 3,2 %. Dieser Anstieg lag wie in den Vorquartalen über der allgemeinen Preissteigerung, die 2,1 % betrug.
Vor allem vom Ausbaugewerbe, das mit rund 56 % den größten Anteil an den Bauleistungen im Wohnungsbau hat, geht weiterhin ein deutlicher Preisdruck aus: Die Preise für Ausbauarbeiten nahmen im 4. Quartal 2025, gegenüber dem Vorjahr, um 3,8 % zu.
Hierbei erhöhten sich die Preise für Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen (darunter zum Beispiel Wärmepumpen) um 4,4 %. Diese haben unter den Ausbauarbeiten neben Metallbauarbeiten den größten Anteil am Baupreisindex für Wohngebäude. Für Metallbauarbeiten stiegen die Preise um 2,2 %. Bei Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnischen Anlagen – darunter fallen zum Beispiel Elektro-Warmwasserbereiter und Kommunikationsanlagen – nahmen sie um 5,4 % zu, bei Wärmedämm-Verbundsystemen um 3,5 %.
Neben dem Neubau werden auch die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) erhoben. Auch diese legten im 4. Quartal 2025 mit 4,1 % weiterhin stärker zu als die allgemeine Preissteigerung und ebenfalls stärker als die Ausbauarbeiten im Wohnungsneubau.
Nur geringfügig über der allgemeinen Inflation lag die Teuerung bei Rohbauarbeiten an Wohngebäuden. Hier stiegen die Preise von November 2024 bis November 2025 um 2,5 % an. Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und auch am Gesamtindex für den Neubau von Wohngebäuden haben Betonarbeiten und Mauerarbeiten. Während die Preise für Betonarbeiten im Vorjahresvergleich um 1,5 % zunahmen, erhöhten sich die Preise für Mauerarbeiten um 1,3 %, deutlich unterhalb der allgemeinen Preissteigerung. Dachdeckungsarbeiten waren dagegen im November 2025 um 4,5 % teurer als im November 2024, die Preise für Erdarbeiten stiegen im gleichen Zeitraum um 3,1 % und die Preise für Zimmer- und Holzbauarbeiten um 5,4 %. Hier gab es die bedeutendsten Preiszuwächse bei den Rohbauarbeiten.
Trotz rückläufiger Nachfrage, durch die die Kapazitätsauslastung im Baugewebe zuletzt deutlich gesunken ist, traten Preisrückgänge bei den Bauleistungen bisher nicht ein. In den vergangenen Jahren führten stark steigende Zinsen und Baupreise zu höheren Kosten und erschwerten die Finanzierung von Bauvorhaben erheblich. Die Auftrags- und Genehmigungszahlen brachen ein. Vor allem im Wohnungsbau waren die Rückgänge deutlich. Im Jahr 2024 waren die Wohnungsbauinvestitionen erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 in nominaler Betrachtung deutlich gesunken (-2,5 %). Im Jahr 2025 stagnierten sie in nominaler Rechnung in etwa auf diesem Niveau, preisbereinigt gingen die Wohnungsbauinvestitionen schon seit 2021 Jahr für Jahr zurück. Trotz zuletzt abnehmender Tendenz sind die Wohnungsbauinvestitionen damit in den vergangenen sechs Jahren um 20 % gesunken.
Auch 2025 nahmen die Wohnungsbauinvestitionen preisbereinigt mit -2,4 % spürbar stärker ab als die Bauinvestitionen insgesamt (-0,9 %). Noch zwischen 2010 und 2020 hatte der Wohnungsbau die treibende Kraft unter den Bausparten gebildet und war deutlich stärker als die übrigen Baubereiche gewachsen.
In Neubau und Modernisierung der Wohnungsbestände flossen 2025 rund 272 Mrd. EUR. Anteilig wurden 59 % der Bauinvestitionen im Wohnungsbau getätigt; leicht weniger als im Vorjahr. Insgesamt umfassen die Bauinvestitionen über alle Immobiliensegmente 2025 einen Anteil von 10 % des Bruttoinlandsproduktes.
Aufgrund der weiterhin hohen Zuwanderung und einer wachsenden Bevölkerung bleibt der Bedarf an Wohnraum hoch. Das erreichte Niveau der Baupreise und Finanzierungskosten dürfte den Wohnungsbau auch weiter bremsen. Die bisher nicht vollständig ausgeglichenen Realeinkommensverluste der Privathaushalte aus vergangenen Jahren erschweren die Finanzierung von Wohnbauprojekten zusätzlich.
Im Jahre 2026 dürften sich die Investitionen in Wohnbauten nur zaghaft erholen. Während die
Bauinvestitionen insgesamt, vorrangig gestützt auf satte Zuwachsraten beim öffentlichen Bau, im
Jahr 2026 um 1,7 % und 2027 um rund 3,4 % ausgeweitet werden, bremst der Wohnungsbau die Gesamtentwicklung. Den Prognosen der Institute zufolge werden die Investitionen in Wohnbauten 2026 nur leicht um rund 0,5 % und 2027 stärker um etwa 2,5 % zulegen. Das Investitionsniveau wird aber noch deutlich von den Höchstständen vergangener Jahre entfernt bleiben.
Die allmählich sichtbare Trendwende im Wohnungsbau darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rückgänge der letzten Jahre eine noch größere Lücke zwischen Baubedarf und Bauleistung gerissen haben. Wohnraum ist in den Städten so knapp wie seit Langem nicht mehr. Selbst wenn 2026 wieder positive Wachstumsraten erzielt werden, liegen die realen Wohnungsbauinvestitionen um fast 20 % unter dem Spitzenwert von 2020. Ausschlaggebend ist hier der Wohnungsneubau. Sein reales Volumen dürfte auch 2026 noch um rund 25 % unter dem Niveau von 2020 liegen. Der politische Handlungsdruck, insbesondere den Wohnungsmangel zu beheben, ist also eher größer als kleiner geworden. Im Jahr 2025 dürften nach letzten Schätzungen die Genehmigungen für rund 239.000 neue Wohnungen auf den Weg gebracht worden sein. Das sind 11 % mehr Wohnungsbaugenehmigungen als im Jahr zuvor. Damit hat sich der dramatische Abwärtstrend der Vorjahre umgekehrt. Noch 2024 war die Zahl der Baugenehmigungen um 17 % gesunken. Seit 2020 ist die Zahl der genehmigten Wohnungen sogar um 43 % gesunken. Der neuerliche Anstieg kann die Verluste der Vorjahre also bei weitem noch nicht ausgleichen.
Trotz der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen fasst der Wohnungsbau aber allmählig wieder Tritt. Erfreulicherweise nahm 2025 voraussichtlich auch die Zahl neu genehmigter Mietwohnungen wieder deutlich zu (14 %) und stieg sogar stärker als die Zahl neu genehmigter Eigentumswohnungen (12 %). Insgesamt wurden 2025 wohl rund 50.000 Eigentumswohnungen und 79.000 Mietwohnungen im Geschosswohnungsbau genehmigt. Nach ersten Modellrechnungen des GdW wird die Zahl der Baufertigstellungen auch 2025 weiter deutlich zurückgegangen sein (-14 %). Schätzungsweise 218.000 neue Wohnungen wurden fertiggestellt. Projekte aus dem Bauüberhang des letzten Jahres sorgten dafür, dass der Einbruch nicht noch drastischer ausfiel.
Für die Jahre 2026 ist auf Grundlage der Entwicklungen bei den Genehmigungen ein weiterer Rückgang auf rund 200.000 neu errichtete Wohnungen zu erwarten. Dies entspricht einem weiteren Rückgang um 8 %. Erst 2027 wird eine Trendwende zu wieder steigenden Fertigstellungen erkennbar werden.
Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen befinden sich dabei in einer besonders dramatischen Lage, letzten Umfragedaten zufolge könnte die Zahl neu errichteter Wohnungen von rund 29.000 Wohnungen auf nur noch 18.000 Wohnungen im Jahr 2025 sinken. Das entspricht einem Rückgang um 40 %. Auch bei den Modernisierungen bedingen die Kostensteigerungen und das schwierigere Finanzierungsumfeld einen deutlichen Rückgang der Aktivitäten. Viele Vorhaben werden zurückgestellt und erstmal nicht modernisiert, ein Teil findet in vermindertem Umfang statt.
1) GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (GdW) Information 173 Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland 2025/2026
2) In die Analyse dieses Berichtes zur zukünftigen Wirtschaftsentwicklung flossen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturberichte der folgenden Institute ein: DIW – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin; HWWI – Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Institut; Gemeinschaftsdiagnose – ifo mit KOF Konjunkturforschungsstelle ETH Zürich, IWH mit Kiel Economics, IfW, RWI mit Institut für Höhere Studien Wien; IAB – Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung; ifo – ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, München; IfW – Institut für Weltwirtschaft, Kiel; IMK – Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf; IW – Institut der Deutschen Wirtschaft, Köln; IWH – Institut für Wirtschaftsforschung, Halle; RWI – Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Essen; SVR – Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
3) IAB (2025): Fiskalpolitik stützt Konjunktur und Arbeitsmarkt, IAB-Kurzbericht 19|2025. Nürnberg.
4) IAB (2015): Zuwanderungsbedarf aus Drittstaaten in Deutschland bis 2050. Bertelsmann-Stiftung. Gütersloh.
Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf
Ertragslage
Die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mit beschränkter Haftung erzielte im Geschäftsjahr 2025 ein Jahresergebnis von 26,4 Mio. EUR (Vorjahr: 17,2 Mio. EUR). Gegenüber dem Vorjahr erhöht sich das Ergebnis um 9,2 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags verbleibt nach Verrechnung der Ausschüttung für 2024 und Dotierung der Bauerneuerungsrücklage und der anderen Gewinnrücklagen ein Bilanzgewinn von 8,5 Mio. EUR.
Zu dieser Ergebnisentwicklung trugen verschiedene wesentliche Faktoren bei. Die Umsatzerlöse aus der Bewirtschaftungstätigkeit stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Mio. EUR auf 101,1 Mio. EUR (Vorjahr: 98,5 Mio. EUR). Dabei erhöhten sich die Umsatzerlöse aus Sollmieten von 68,5 Mio. EUR um 2,8 % (2,0 Mio. EUR) auf 70,5 Mio. EUR. Die in den Umsatzerlösen aus Sollmieten verrechneten, durch Leerstände bedingten Erlösschmälerungen bei Sollmieten, verringerten sich von 3,3 Mio. EUR um 403 TEUR auf 2,9 Mio. EUR. Die eingeräumten Mietminderungen aus Sollmieten verringerten sich von 1,2 Mio. EUR um 626 TEUR auf 595 TEUR. Die Erlöse aus Betriebskostenumlagen stiegen von 29,7 Mio. EUR auf 30,4 Mio. EUR (657 TEUR). Sonstige Umsatzerlöse aus der Bewirtschaftungstätigkeit wurden im Geschäftsjahr in Höhe von 193 TEUR erzielt (Vorjahr: 182 TEUR). In den aktivierten Eigenleistungen wurden erstmals im Geschäftsjahr Zinsen während der Bauzeit in Höhe von 946 TEUR ausgewiesen.
Gleichzeitig fielen die sächlichen Verwaltungskosten von 7,1 Mio. EUR um 156 TEUR auf
6,9 Mio. EUR sowie die Instandhaltungskosten von 22,3 Mio. EUR um 2,1 Mio. EUR auf 20,1 Mio. EUR. Des Weiteren belasten außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund nicht realisierbarer Projekte mit 473 TEUR (Vorjahr: 386 TEUR) das Ergebnis im Geschäftsjahr. Die planmäßigen Abschreibungen auf Bauten lagen bei 17,3 Mio. EUR (Vorjahr: 16,0 Mio. EUR) und somit 1,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert.
Der Anstieg im Bereich des Personalaufwands um 853 TEUR auf insgesamt 16,1 Mio. EUR (Vorjahr: 16,0 Mio. EUR) resultiert im Wesentlichen in höheren Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von 933 TEUR.
Der Ertragsteueraufwand fiel von 5,5 Mio. EUR im Vorjahr um 4,9 Mio. EUR auf 605,4 TEUR. Ausschlaggebend hierzu war die Anwendung des BMF-Schreiben vom 26. Januar 2026 zur Abgrenzung von Erhaltungsaufwendungen, Anschaffungskosten, Herstellungskosten und anschaffungsnahen Herstellungskosten im Sinne des § 6 Absatz 1 Nummer 1a Einkommensteuergesetz (EStG) bei der Instandsetzung und Modernisierung von Gebäuden angewendet.
Der Jahresüberschuss liegt 12,0 Mio. EUR über dem Wirtschaftsplan für das Jahr 2025 und hat damit die Erwartungen übererfüllt. Aufgrund der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen kann der Geschäftsverlauf als sehr gut bezeichnet werden.
Bewirtschaftungstätigkeit
Anpassungen an die ortsübliche Vergleichsmiete in freifinanzierten Beständen, Mietanpassungen im öffentlich geförderten Wohnungsbestand, Erhöhungen nach Modernisierungsmaßnahmen sowie Mietanpassungen bei Neu- und Erstvermietungen und durch die ganzjährige Auswirkung der Erhöhungen aus dem Vorjahr führten zu einem Anstieg der Sollmieten von 73,1 Mio. EUR um 960 TEUR auf 74,0 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse aus der Bewirtschaftungstätigkeit erhöhten sich von 98,5 Mio. EUR um 2,6 Mio. EUR auf 101,1 Mio. EUR. Die durch Leerstände bedingten Erlösschmälerungen bei Sollmieten und Umlagen fielen im Vergleich zum Vorjahr von 4,6 Mio. EUR um 1,0 Mio. EUR auf 3,5 Mio. EUR Die Erlösschmälerungen entstanden überwiegend durch Leerstände im Rahmen der Weitervermietung und Sanierungsmaßnahmen in Beständen Die Wohnungsleerstände, ohne Berücksichtigung modernisierungs- oder verkaufsbedingter Leerstände, beliefen sich per Stichtag 31.12.2025 auf 0,5 % (Vorjahr: 0,7 %). Die Fluktuationsrate liegt auf analog dem Vorjahr bei 6,0 % (Vorjahr: 6,0 %). Die Erlöse aus Betriebskostenumlagen stiegen von 29,7 Mio. EUR auf 30,4 Mio. EUR (700 TEUR).
Die Instandhaltungskosten lagen bei 20,2 Mio. EUR (Vorjahr: 22,3 Mio. EUR). Des Weiteren wurden Kosten für Modernisierung und Neubau in Höhe von 56,1 Mio. EUR aktiviert und in Ankäufe bebauter und unbebauter Grundstücke des Anlagevermögens in Höhe von 1,7 Mio. EUR investiert. Schwerpunkte bei den Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen waren energetische Verbesserungen, wie Wärmedämmmaßnahmen, zentrale Wärmeversorgungsanlagen und der Einbau von Fenstern mit verbesserter Wärmedämmung. Weiterhin wurden Elektroanlagen modernisiert. Zu Beginn des Geschäftsjahres befanden sich 487 Wohnungen in der Modernisierung. In 172 Wohnungen wurden im Jahresverlauf Modernisierungsarbeiten aufgenommen, in 487 Wohnungen wurden diese abgeschlossen, sodass zum Ende des Geschäftsjahres ein Überhang von 172 Wohnungen verblieb.
Bau- und Verkaufstätigkeit
Das Bauvolumen von 80,7 Mio. EUR betraf mit 74,5 Mio. EUR das Anlagevermögen sowie mit 6,2 Mio. EUR das Umlaufvermögen. Im Bau befanden sich 33 (Vorjahr: 100) Eigenheime und Eigentumswohnungen sowie 235 (Vorjahr: 210) Mietwohnungen und 6 (Vorjahr: 6) sonstige Einheiten. Fertig gestellt wurden 4 Eigenheime, 21 Eigentumswohnungen sowie 52 Mietwohnungen. Die Neubauaktivitäten der Gesellschaft sind auf wachstumsorientierte Ballungsgebiete konzentriert.
Im Rahmen der Eigentumsmaßnahmen der Gesellschaft wurden notarielle Kaufverträge für 11 (Vorjahr: 18) Eigentumswohnungen und 9 (Vorjahr: 8) Eigenheime sowie Verträge für 154 (Vorjahr: 206) Wohnungen aus dem Bestand abgeschlossen.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Im Bereich der Bewirtschaftungstätigkeit gelten als finanzielle Leistungsindikatoren die Entwicklung der Sollmieten, die durch Leerstände bedingten Erlösschmälerungen und insbesondere die Instandhaltungsaufwendungen aus den Aufwendungen für Bewirtschaftungstätigkeit. Regelmäßig wird eine Instandhaltungs- und Modernisierungsplanung erstellt. Im Rahmen der Bau- und Verkaufstätigkeit wird die Realisation sowie der Verkauf geplant. Die Einhaltung dieser Planung sowie die Miet- und Leerstandsentwicklung wird in der monatlichen Berichterstattung überwacht.
Der Ertrag aus dem Verkauf von Anlagevermögen, im wesentlichen bebaute Grundstücke, fiel 881 TEUR höher aus als geplant. Die Sollmieten lagen mit einem Betrag in Höhe von 318 TEUR unter der Planung. Gegenüber dem Wirtschaftsplan verringerten sich die durch Leerstand bedingten Erlösschmälerungen um einen Betrag in Höhe von 699 TEUR. Die Instandhaltungskosten unterschritten mit einem Betrag in Höhe von 2,4 Mio. EUR die Planung. Der Ergebnisbeitrag des Bauträgerbereichs lag mit 1,7 Mio. EUR über dem erwarteten Ergebnis.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Neben den zuvor beschriebenen finanziellen Leistungsindikatoren gewinnen auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zunehmend an Bedeutung. Im Folgenden werden diese näher beschrieben:
Mitarbeitende
Motivierte und qualifizierte Mitarbeitende sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Gesellschaft. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen 215 Mitarbeitende. Ruhestands- oder fluktuationsbedingt freiwerdende Stellen wurden im Unternehmen so weit als möglich durch die Übernahme von Auszubildenden in Anstellungsverhältnisse und die Beförderung von Mitarbeitenden besetzt.
| 2025 weiblich | 2025 männlich | 2024 | 2023 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | 128 | 87 | 207 | 209 | 201 |
| bis 30 Jahre | 34 | 21 | 51 | 46 | 45 |
| 31 - 40 Jahre | 33 | 15 | 46 | 41 | 41 |
| 41 - 50 Jahre | 22 | 17 | 39 | 45 | 43 |
| 51 - 60 Jahre | 33 | 21 | 55 | 57 | 61 |
| ab 61 Jahre | 6 | 13 | 16 | 20 | 11 |
Der aktuelle Transformationsprozess der Immobilienwirtschaft stellt die Branche vor Herausforderungen, die neuer Sichtweisen und Herangehensweisen bedürfen. Eine konsequente Weiterentwicklung aller Mitarbeitenden legt den Grundstein, neue Wege zu beschreiten und strategische Ziele umzusetzen. Neben einem Führungskräftetraining für Bereichs- und Abteilungsleiter, wurden im Geschäftsjahr Mitarbeitergespräche mit allen Mitarbeitenden geführt und so Weiterbildungserfordernisse, aber auch Potenziale der Belegschaft offengelegt.
Wohnungsbestand
Als verantwortungsvoll agierendes Unternehmen ist es für die ASW von grundlegender Bedeutung, der Gesellschaft bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum für die breite Bevölkerungsschichten bereitzustellen. Die Mietpreisgestaltung orientiert sich dabei an der ortsüblichen Vergleichsmiete und berücksichtigt zugleich soziale Aspekte der langfristigen Bestandsbewirtschaftung. Diese Ausrichtung spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Kaltmiete für freifinanzierten Wohnraum in Höhe von 8,05 €/m² (Vorjahr 7,75 €/m²) wider.
Die ASW verfügt über ein Wohnungsangebot, dass sich zu rund 70% aus freifinanzierten und zu rund 30% aus öffentlich geförderten Wohnraum zusammensetzt.
| Durchschnitts-Mieten in €/m² | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 |
| Freifinanziert | 8,05 | 7,75 | 7,49 | 7,31 |
| Öffentlich gefördert | 5,83 | 5,79 | 5,69 | 5,44 |
| Gesamtbestand | 7,38 | 7,16 | 6,94 | 6,73 |
Nachhaltigkeit
Die Immobilienbranche befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der maßgeblich durch die im Klimaschutzgesetz verankerten Zielsetzungen zur Erreichung der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 geprägt ist. Vor diesem Hintergrund treibt die Aachener Gruppe (ASW, Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH und Siedlungsgesellschaft „Am Bilderstöckchen“ GmbH) die Entwicklung und Umsetzung einer ganzheitlichen Klimastrategie zur Dekarbonisierung ihres Immobilienportfolios voran. Die Gesellschaft hat frühzeitig mit der Erarbeitung eines Klimapfades begonnen, der stetig weiterentwickelt und präzisiert wird.
Die strategischen Überlegungen umfassen insbesondere Ansätze zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Reduktion von CO₂-Emissionen sowie zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien. Im Zuge dessen ist eine differenzierte Abwägung zwischen ökologischen Zielsetzungen und wirtschaftlicher Tragfähigkeit erforderlich. Ziel ist es, die hierfür notwendigen Investitionen in einer Weise zu gestalten, die sowohl langfristige Werthaltigkeit sichert als auch die finanzielle Leistungsfähigkeit der Mietenden und Wohnungssuchenden angemessen berücksichtigt. Damit wird ein integrierter und verantwortungsvoller Ansatz verfolgt, der regulatorischen Anforderungen ebenso Rechnung trägt wie den sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Der durchschnittliche CO₂ Ausstoß des Gesamtbestandes für das Berichtsjahr 2025 konnte zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abschließend ermittelt werden, da die Erstellung des Lageberichts prozessbedingt vor dem vollständigen Abschluss der turnusmäßigen Verbrauchsdatenkonsolidierung erfolgt. Die Beurteilung der Emissionsentwicklung basiert daher auf der zuletzt vollständig verfügbaren und validierten Datengrundlage. Hiernach belief sich der CO₂ Ausstoß im Jahr 2024 auf 29,99 kg/m² gegenüber 30,92 kg/m² im Vorjahr. Diese Werte basieren auf der Auswertung der Energieausweise, sowohl Bedarfs- als auch Verbrauchsausweise sowie der nach GEG berechneten Gebäudenutzfläche AN.
Die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr zeigt bereits eine positive Tendenz im Hinblick auf die Reduktion der spezifischen Emissionen und dient als Referenz für die weitere strategische Ausrichtung. Vor dem Hintergrund der im Berichtszeitraum initiierten und teilweise bereits umgesetzten Maßnahmen zur energetischen Optimierung des Bestandes ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Die finale Bewertung erfolgt nach vollständiger Datenverfügbarkeit und wird als Grundlage für die weitere Steuerung und Priorisierung der Dekarbonisierungsmaßnahmen herangezogen.
Verteilung der Energieeffizienzklassen
Die Verteilung der Energieeffizienzklassen des Portfolios nach aktuell geltender deutscher Klassifizierung stellt sich wie folgt dar:
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung verfolgt die Gesellschaft weiterhin einen konsequent strategischen und integrierten Steuerungsansatz. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse bilden dabei unverändert die Grundlage für die Priorisierung der zentralen Handlungsfelder und die zielgerichtete Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie.
Die von der EU-Kommission angestoßenen Anpassungen der regulatorischen Rahmenbedingungen im Zuge des Omnibus-Pakets führten dazu, dass die Gesellschaft derzeit nicht mehr in den Anwendungsbereich der Berichtspflicht gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fällt.
Ungeachtet dieser regulatorischen Entwicklung hält die Gesellschaft an dem Anspruch fest, Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung weiter zu verankern und Transparenz über seine Aktivitäten zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Gesellschaft, die Berichterstattung künftig freiwillig am Voluntary Sustainability Reporting Standard for Micro and Small Enterprises (VSME) auszurichten. Damit schafft sie eine effiziente, adressatengerechte und zugleich belastbare Grundlage für die Kommunikation der Nachhaltigkeitsleistung und unterstützt die konsequente Umsetzung der strategischen Zielsetzungen.
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 486 TEUR auf 1.083 Mio. EUR. Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände stiegen um 28,7 Mio. EUR auf 917,6 Mio. EUR. Nettoinvestitionen in den Immobilienbestand, einschließlich Bauvorbereitungskosten und geleistete Anzahlungen, in Höhe von 56,1 Mio. EUR standen planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen auf Immobilien in Höhe von 17,9 Mio. EUR gegenüber. Die flüssigen Mittel verringerten sich auf 17,0 Mio. EUR (Vorjahr: 30,9 Mio. EUR). Die Bankverbindlichkeiten und die Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern verringerten sich in Summe durch Tilgungen und Tilgungszuschüsse um 14,3 Mio. EUR von 360,1 Mio. EUR auf 345,8 Mio. EUR. Das Eigenkapital erreichte 642,5 Mio. EUR (Vorjahr: 623,6 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote am gestiegenen Bilanzvolumen betrug 59,3 % (Vorjahr: 57,6 %).
Zahlungsflüsse generiert die Gesellschaft im Wesentlichen durch die Mieteinnahmen sowie durch die Weiterbelastung der Betriebskosten, die Kaufpreise aus dem Bauträgergeschäft und dem Verkauf von Mietwohnungen aus dem Bestand, die Verwaltungs- und Betreuungsentgelte sowie der Geschäftsbesorgung. Liquiditätsabflüsse resultieren aus Aufwendungen für Bewirtschaftungstätigkeit sowie aus Zinsaufwendungen, den Baukosten für Modernisierungen und Neubauten im Anlagevermögen, die Erstellung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen und Personal- und Sachkosten. Durch eine langfristig orientierte Geschäftsstruktur des Unternehmens sowie durch ein Liquiditätsmanagement werden fast ausschließlich langfristige Finanzierungen abgeschlossen. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos werden Zinssicherungsmaßnahmen insbesondere durch klassische Annuitätendarlehen vorgenommen.
Die Gesellschaft war jederzeit zur Erfüllung ihrer finanziellen Verpflichtungen in der Lage. Die Zahlungsfähigkeit war jederzeit gewährleistet.
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